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Linux-Kurs: Installation von Linux


Heutzutage ist eine Linux-Installation kein größeres Problem mehr, wer es schon einmal mit einer aktuellen Distribution gemacht hat wird mir rechtgeben.
Noch bis ca. 1999 war die Installation wesentlich schwerer, da brauchte man jemanden der es schon mal gemacht, sonst verging die schnell die Lust.

Distribution


Die Frage ist nur, welche Distribution nimmt man?

Gerade hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan.
Früher war SuSE im deutschen Raum DIE Distribution schlechthin, dann wurde SuSE von Novell gekauft und konzentriert sich auf Firmen. Aber immerhin bietet Novell das openSUSE an; zum gratis Download oder eben mit Handbuch und 90-Tage Support.

Ungefährt dasselbe trifft auf den Weltmarktführer RedHat zu: Früher hatten die auch eine Version für "normale" Anwender, heute ist alles für Firmen zugeschnitten. Allerdings gibt es von RedHat das Fedora-Projekt , dort unterstützt RedHat die Community und Fedora ist dem RedHat sehr ähnlich, aber eben frei zu bekommen.

Eine weitere große Distribution war die französische Mandrake, ich habe Mandrake immer gerne auf dem Desktop gehabt. Mittlerweile heißt Mandrake Mandriva und kümmert sich auch vornehmlich um Firmenkunden. Aber Mandriva hat auch noch ein Paket mit Handbuch und Support sowie eine One-CD und Free-DVD-Version zum Downloaden.

Einen aktuellen Überblick über Linux-Distributionen gibt der Shop von LinuxLand.

Daneben gibt es tausenden von freien, kostenlosen Distribution, auf einige möchte ich hier kurz eingehen:

Debian
Debian ist schon recht alt und ist besonders gut auf Servern, nicht die aktuellesten Treiber und Software, aber dafür superstabil. Debian setze ich fast immer auf Servern ein. Aber Debian ist nicht das Einsteigerfreundlichste, obwohl sich dort auch viel getan hat.

Knoppix
Knoppix ist ein Linux das komplett auf CD/DVD läuft und keine Installation benötigt. Super als Rettungssystem geeignet, oder um sich einfach mal Linux in Ruhe anzugucken.

Ubuntu
Ubuntu ist zur Zeit (Juni 2007) wohl die angesagteste Linux-Distri. Ubuntu wird von einer Firma entwickelt, aber steht zum freien Download bereit. Auf jeden Fall interessant und einen Versuch wert.

Eine weitere Möglichkeit Linux zu bekommen sind diverse Zeitschriften. Dies hat meistens den Vorteil, das ein bißchen Dokumentation schon dabei ist. Einfach mal im Zeitschriftenhandel gucken.
Empfehlen kann die Linuxe aus der Zeitschrift ct , besonders die Rettungs-CDs und die Knoppicilin-CDs (Knoppix mit Virenscanner) sind klasse.


So, ich erkläre ich mal kurz wie du Linux installierst, dummerweise hängt die Installation ganz von deiner Distribution ab.
Ich gebe hier nur allgemeine Tips zur Installation, alles weitere ist leider zu Distribution abhängig und zwar von Version zu Version.

Am einfachsten installierst du Linux auf einer eigenen Festplatte, in einem normalen PC (also ein Intel/AMD-Rechner). Wenn diese Platte auch noch die einzige im Rechner ist gibt es kaum Probleme.
Aber die meisten können nicht auf Windows verzichten, das stellt aber auch keine größere Hürde (mit Windows 9x/ME) dar:

Was auch ganz ohne Risiko geht, ist einen virtuellen Rechner mittels VMWare oder VirtualPC zu nutzen. Dann hast du sogar zwei Betriebssystem gleichzeitig ;-)


Installation auf eine einzelne Linux-Platte / Virtuellen PC


Wenn dein PC auch noch von CD bootet (was jeder neue tut), geht es ganz einfach los:
Lege die CD in dein Laufwerk und starte den PC neu!
Danach startet die Installation selber und möchte dann irgendwann etwas Platz von deiner Platte.


Partitionen

Da dir die ganze Festplatte zur Verfügung steht, ist das kein Problem, aber du brauchst mindestens 2 Partitionen. Eine für dein Linux (klar, oder?) und eine als "Festplatten-Zwischen-Speicher" der sogenannte Swap-Speicher. Auf dieser Partition speichert Linux Daten, wenn dein Arbeitspeicher voll ist . Auch wenn du viel RAM hast, solltest du einen Swap Partition anlegen. Die Größe dieses Swap sollte ungefähr 1-2 fache RAM Größe haben, das sollte normal reichen. Übrigens kannst auf deiner Swap-Partition keine Daten selber ablegen, sondern nur das Linux-System.

Unter Linux heißen die Festplatten nicht c,d,e oder so, sondern werden nach ihrer Anbindung benannt:
eine IDE-Platte heißt "/dev/hdxy":
     x ist die Platte im System: die erste Platte (der Master am Primary IDE Port GLO) heißt "a", die zweite Platte (der Slave am Primary IDE Port) und so weiter.
     y ist die Partition auf der Platte, die erste Partition ist 1 und so weiter.
Die ersten 4 Partitionen (1,2,3,4) sind primäre Partitionen, alles andere (5,6,7,8,...) sind logische Partitionen, unter DOS auch logische Laufwerke genannt.

SCSI-Platten heißen fast genau so: sda statt hda; also /dev/sda für die erste Platte

Diese Tabelle sollte weiterhelfen:
/dev/hda die gesamte erste IDE-Festplatte
/dev/hda1 erste primäre Partition der ersten IDE-Platte
/dev/hda2 zweite primäre Partition der ersten IDE-Platte
/dev/hda5 erste logische Partition der ersten IDE-Platte
/dev/hdb die gesamte zweite IDE-Festplatte
/dev/hdb3 dritte primäre Partition der zweiten IDE-Platte
/dev/sda die gesamte erste SCSI-Festplatte
/dev/sdc2 zweite primäre Partition der dritten SCSI-Platte

Lass dich davon nicht abschrecken, du brauchst eigentlich nur 2 Partitionen und ich würde dir folgendes raten:
    /dev/hda1    wird deine Hauptlinuxpartition (Root-Partition)
    /dev/hda2    wird deine Swappartition


Mountpoint

Wie du eben gelesen hast heißen Platten unter Linux z.B.: /dev/hda1. Die Frage ist nun: Wie komme ich auf diese Platte (oder besser Partition)?
Unter DOS würdest du evtl. d: eingeben, und unter Linux /dev/hda1: ???
NEIN, so geht das nicht. Unter Linux verwendest du einen Mountpoint.
Ein Mountpoint ist ein besonderes Verzeichnis, schreibst du etwas in dieses Verzeichnis, dann wird es in die entsprechende Partition geschrieben. Auf den ersten Blick mag das komisch klingen, deswegen mal ein Beispiel:
Unser PC hat eine IDE-Festplatte (Master am primären Strang) mit 2 Partitionen, nämlich C und D unter Windows, unter Linux heißen unsere Mountpoints /platte_c (zeigt auf /dev/hda1) und /platte_d (zeigt auf /dev/hda2).
Nun, wollen wir für D ( bzw. /platte_d) eine eigene Festplatte einsetzen (nur ein Beispiel ...), bauen diese als Salve am primären Strang ein.
Zuerst Windows: Wenn du Glück hast und Windows nicht wieder alles durcheinander bringt, geht es direkt, wenn nicht kannst du mit den Laufwerksbuchstaben jonglieren ...
Nun Linux: Du änderst den Mountpoint /platte_d, und sagst Linux das dieser nicht mehr /dev/hda2 ist, sondern ab jetzt /dev/hdb1. Das wars, es gibt keinen Ärger da /platte_d ja immer noch da ist.

Damit das allerdings alles klappt, braucht Linux eine "Root-Partition" oder auch "System-Partition" und zwar root im Sinne von Wurzel. Diese Partition ist die Basis aller anderen Verzeichnisse. In der Praxis wirst du schnell herausfinden wie das geht, hier reicht erstmal aus: Du brauchst die Root-Partition und jede Distribution legt sie garantiert mit an.


Auswahl der Software Pakete

Linux selber ist streng genommen nur der Kernel, alles andere sind Programme. Das heißt ohne eine Mindestanzahl von Programmen kannst du mit Linux quasi nichts machen. Darum sprechen viele Freaks auch von GNU/Linux, da ohne die GNU-Software nicht viel unter Linux geht.
Du solltest daher eine Mindestanzahl von Programmen installieren, allerdings macht Linux mit den minimal benötigten Programmen auch keinen Spaß. Du solltest also die Standardprogramme installieren die deine Distribution empfiehlt, damit kannst du schon ganz gut arbeiten


Root und Normalen Benutzer anlegen

Linux ist ein Multiuser-System, d.h. mehrere Leute können gleichzeitig arbeiten (gut zu Hause brauchtst du das eher nicht). Diese unterschiedlichen Benutzer haben verschiedene Rechte, der Hauptadministrator "root" darf auf ALLE Dateien schreibend zugreifen, ein normaler Benutzer aber nicht. Oder anders gesagt, root kann ein System vernichten, ein normaler User (außer ein Cracker) aber nicht. Deshalb solltest du normalerweise nicht als root arbeiten und dir einen extra Benutzer einrichten.

WICHTIG: Vergiß bloß nicht das root -Paßwort!!!
Alles weitere über Rechte wird später im Kurs erklären.


Bootmanager installieren

Damit ein Betriebssystem vom PC gestartet wird, muß der PC erstmal wissen was er nach dem Starten tuen soll. Dafür gibt es den Bootmanager.
Bei unserer Beispiel-Installation mit einer Platte, kannst du den Bootmanager ruhig auf die Festplatte schreiben, solltest du dagegen Bedenken haben, kannst du ihn zuerst auf Diskette schreiben und später auf die Platte, das ist kein Problem.


So, im Grunde solltest du jetzt bald ein lauffähiges Linux auf deinem Rechner haben...

Hier noch ein netter Link: Leseproben aus dem Buch " Linux" von Michael Kofler, dort gibt es das Kapitel zur Installation als PDF.



Einleitung    Inhalt    Erster Start

Erstellt: 2001-03-22 Autor: Markus Ungermann (markus@tuxhausen.de)
Letztes Update: 2007-06-22      URL: http://www.tuxhausen.de/kurs_installation.html