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Linux-Kurs: Verzeichnisse



Verzeichnistruktur

Unixsysteme bestehen aus tausenden von Dateien, damit man überhaupt noch durchblickt werden diese Dateien in Verzeichnisse verteilt. Diese Verzeichnisse beinhalten (meistens) Dateien einer bestimmten Art. Zum Beispiel liegen im Heimatverzeichnisses eines Benutzer meist nur Daten, während die ausführbaren Dateien unter /bin liegen.

Das oberste Verzeichnis ist /, es ist das Root-Verzeichnis oder Wurzelverzeichnis , alle anderen Verzeichnisse liegen unterhalb des Root-Verzeichnisses:

Mein Mandrake Baum

/bin
enthält Programme die jeder Benutzer ausführen darf.

/boot
enthält Dateien die zum Booten des Systems benötigt werden. Das sind meist die Dateien des Bootmanangers und des Kernels.

/dev
enthält die Device-Dateien. Diese werden benötigt, wenn auf Hardware zugegriffen wird. Denk mal an die Festplatte /dev/hda1.

/etc
enthält Konfigurationsdateien. Die meisten Linux-Programme kann man mit irgendwelchen Parameter konfigurieren und diese Konfiguration steht in einer Datei; diese Dateien stehen meist in diesem Verzeichnis.

/home
enthält die Heimatverzeichnisse der Benutzer. Hier kann der Benutzer seine eigenen Daten ablegen.

/lib
enthält die Bibliotheken mit denen die Programme arbeiten.

/lost+found
werden beim Festplattencheck Dateien gefunden denen kein Name zugeordnet werden kann, werden diese in diesem Verzeichnis abgelegt. Diese Verzeichnisse gibt es auf jeder Festplatte, allerdings wird es evtl. nach bei Gebrauch angelegt. (Hier habe ich es jedenfalls nicht)

/media
alle Medien bzw. Wechseldatenträger sollten unterhalb dieses Verzeichnisses angelegt werden. Früher wurden diese auch gerne nach /mnt oder direkt ins Wurzel-Verzeichnis gemountet

/mnt
werden Festplatten oder auch Netzwerk temporär/kurzzeitig gemountet, sollten diese unterhalb dieses Verzeichnisses angelegt werden. Aber nicht für temporär Daten !! Diese gehören nach /tmp .

/opt
meist werden hier kommerzielle Programme oder größere Pakete (Office) angelegt.

/proc
diese Verzeichnis enthält keine echten Dateien !! Es ist quasi als eine Schnittstelle zum Linux-Kernel zu verstehen. In diesem Verzeichnis stehen sehr viele Informationen, einfach mal die Dateien mit einen Betrachter ( less oder Midnight-Commander ).

/root
das Home-Verzeichnis von root. Alle anderen User haben ihre Home-Verzeichnisse unter /home.

/sbin
die Befehle in diesem Verzeichnis darf nur root ausführen.

/srv

hier liegen oft, aber nicht immer, die Daten von Serverdienst wie dem Web-Server, FTP-Server, ....
Novell/Suse legen unter /srv/www die Daten vom Webserver ab, Debian allerdings unter /var/www.

/sys

dieses Verzeichnis gibt es erst seit Kernel 2.6 und ähnelt dem /proc-Verzeichnis. Es enthält Kernel-Konfigurationen der PnP-Geräte (PlugAndPlay). Aber es ist weniger interessant als /proc.

/tmp
enthält temporäre Dateien, diese dienen zum kurzen Aufbewahren von Informationen.

/usr
quasi alle wichtigen Benutzer-Programme die für den normalen Nutzer wichtig sind liegen, aber auch Quellcodes und Libs. Es ist wohl das größte Verzeichnis, einfach mal reingucken.

/var
enthält Dateien die oft verändert werden. Hier liegen auch die logging-Dateien, oder die Emails.




FHS - Filesystem Hierarchy Standard

Damit nicht jedes Verzeichnissystem total anders unter Unix/Linux aussieht gibt es einen Standard, nämlich den Filesystem Hierarchy Standard.
Aber trotzdem halten sich die Distributionen nur mehr oder weniger daran, aber immerhin ...
Die genaue und aktuelle Spezifikation findest du unter:
http://www.pathname.com/fhs/

Eine gute Erklärung der einzelnen Pfade findet du bei Wikipedia .


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Erstellt: 2001-02-01 Autor: Markus Ungermann (markus@tuxhausen.de)
Letztes Update: 2007-09-18      URL: http://www.tuxhausen.de/kurs_verzeichnisse.html